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Whitepaper: Warum viele Destillieranalgen 20-35% Lösemittel verschenken

Zwei Mitarbeitende prüfen Chemikalienbehälter in einer Druckerei
Qualitätskontrolle in der Produktion: Zwei Mitarbeitende überprüfen, ob genug aufgereinigtes Lösemittel vorhanden ist.

Wie Betreiber bestehender Destillationsanalgen ihre Rückgewinnungsquote erhöhen, Betriebskosten senken und versteckte Effizienzverluste aufdecken

Das versteckte Problem vieler Destillieranlagen

Viele Unternehmen verfügen bereits über eine eigene Destillationsanlage und gehen deshalb davon aus, ihre Lösemittelrückgewinnung sei bereits optimiert. In der Praxis zeigt sich jedoch
ein anderes Bild. Während moderne Systeme Rückgewinnungsraten von 92–97% erreichen können, arbeiten viele Bestandsanlagen dauerhaft im Bereich von 60–70 %.

EIn IBC mit frischem Lösemittel wird in die Produktion gefahren.

Die Folge:

  • Größere Entsorgungsmengen
  • Höhere Energiekosten pro Liter Destillat
  • Zusätzlicher logistischer Aufwand
  • Versteckte Kosten, die häufig nicht sichtbar werden

Oft wird die niedrige Recyclingquote als unvermeidbar akzeptiert. Dabei liegt die Ursache häufig nicht im Lösemittel selbst, sondern in der Kombination aus:

  • Anlagenkonstruktion
  • Wartungszustand
  • Bedienung
  • Prozesseinstellungen
  • Verschleiß

Fazit:

Viele Destillieranlagen laufen unter ihren Möglichkeiten und verursachen dadurch unnötige Kosten.

Häufige Ursachen für niedrige Rückgewinnungsraten

Fünf Ursachen für niedrige Rückgewinnungsraten bei Lösemitteldestillen
Typische Ursachen für Anlagenstörungen im Überblick

Unregelmäßige wartung

Viele Betreiber führen Wartungen erst durch, wenn Probleme sichtbar werden. Typische Folgen sind verschmutzte Wärmeübertrager, reduzierte Verdampfungsleistung, längere Chargenzeiten und steigender Energieverbrauch.

Bedienfehler im Alltag

Im Handbuch definierte Prüfpunkte werden häufig nicht konsequent durchgeführt. Typische Beispiele: sind unzureichende Reinigung, falsche Befüllungsmengen, fehlerhafte Temperatureinstellungen, nicht erkannte Verschleißerscheinungen. Schon kleine Abweichungen können die Rückgewinnungsrate deutlich beeinflussen.

anlagenkonstruktion

Nicht jede Destille bietet dieselben physikalischen Voraussetzungen für eine hohe Lösemittelrückgewinnung. Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Geometrie des Destillierkessels. Viele am Markt verfügbare Anlagen besitzen einen konischen
Behälteraufbau, was Nachteile insbesondere bei der Wärmeübertragung bedeuten kann.

prozesseinstellungen

Viele Anlagen verfügben über wenige Einstellungsmöglichkeiten, einen
geringen Grad an Automatisierung und eine unzureichende Prozessanalyse mit Anpassungsmöglichkeiten.

Wann die Anlagenform zum Limit wird

Nicht jede Destillationsanlage eignet sich für eine maximale Lösemittelrückgewinnung. Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Konstruktion des Destillationssystems selbst. Viele ältere oder einfachere Anlagenkonzepte stoßen insbesondere bei anspruchsvollen Lösemittelgemischen an technische Grenzen.

Technische Schnittzeichnung eines konischen Destillierbehälters mit Einzeichnung der Heizflächen und der damit verbundenen Wärmeverluste

die behältergeometrie

Viele am Markt verfügbare Systeme arbeiten mit konischen Destillierbehältern. Diese Bauform kann konstruktionsbedingt zu Nachteilen führen:

  • hohe Energieverluste beim Abdestillieren
  • ungleichmäßige Wärmeverteilung an den Heizflächen
  • sinkende Destillationsleistung bei abnehmendem Füllstand
  • längere Chargenzeiten als Folge!

Insbesondere bei niedrigeren Füllständen reduziert sich bei solchen Konstruktionen häufig die wirksame Heizfläche. Die Folge ist ein kontinuierlicher Leistungsabfall während der Charge.

UNGENAUE TEMPERATURERFASSUNG

Bei einigen Anlagenkonzepten erfolgt die Temperaturmessung mit vergleichsweise geringer Genauigkeit und hoher Hysterese.

Mögliche Auswirkungen:
  • Temperaturschwankungen von mehreren Grad Celsius
  • reduzierte Destillationsleistung
  • instabile Prozessführung
  • erhöhte Schaumbildung
  • Überlaufen des Systems bei kritischen Betriebszuständen
  • erschwerte Kontrolle während Nachfüllvorgängen

Gerade bei anspruchsvollen Lösemittelgemischen kann eine präzise Temperaturführung entscheidend für Produktqualität und Rückgewinnungsrate sein.

begrenzte prozessüberwachung

Bestandsanlagen liefern oftmals nur wenige Prozessinformationen. Lediglich Basisdaten wie Heizzeit, Vakuumzeit und Chargendauer stehen den meisten Bedienern zur Verfügung.

Dadurch fehlen wichtige Informationen für
  • Produktivitätsanalysen
  • Effizienzbewertungen
  • Ursachenanalysen bei Leistungsschwankungen
  • Optimierung der Rückgewinnungsrate

Ohne belastbare Prozessdaten bleiben viele Verluste im Betrieb unsichtbar.

Eingeschränkte toleranz gegenüber schwankenden medien

In der Praxis verändern sich Lösemittelgemische kontinuierlich. Typische Einflussfaktoren sind: wechselnde Feststoffanteile, unterschiedliche Verschmutzungsgrade, Wasseranteile und Prozessrückstände. Nicht alle Anlagenkonzepte können solche Schwankungen zuverlässig verarbeiten.

Mögliche Folgen:
  • schwankende Destillatqualität
  • sinkende Rückgewinnungsraten
  • steigender Bedienaufwand
  • häufigere Prozessunterbrechungen

fehlende austrags- und rückstandskontrolle

Bei einfacheren Anlagen erfolgt die Entleerung häufig ohne aktive Überwachung der verbleibenden Rückstandsmenge.

Dadurch entstehen Risiken hinsichtlich:
  • NC Bränden durch eingetrockneten Rückstand an den freien Heizflächen
  • Produktverlusten
  • unnötig hohen Restmengen
  • schwankenden Chargenergebnissen
  • zusätzlichem Reinigungsaufwand

besondere herausforderungen bei NC-haltigen Lösemitteln

Besonders deutlich werden konstruktive Unterschiede bei sensiblen Lösemittelgemischen mit Nitrocellulose-(NC)-Anteilen.

Diese Medien stellen erhöhte Anforderungen an:
  • Temperaturführung
  • Wärmeübertragung
  • Prozessstabilität
  • Austragskonzept
  • Anlagenregelung

Während moderne Anlagenkonzepte auch bei solchen Gemischen hohe Rückgewinnungsraten ermöglichen können, zeigen ältere oder weniger spezialisierte Systeme häufig:

  • deutlich geringere Destillationsleistungen
  • reduzierte Recyclingquoten
  • längere Chargenzeiten
  • erhöhte Prozessinstabilität

Fazit:

Niedrige Rückgewinnungsraten sind nicht immer auf Wartung oder Bedienung zurückzuführen. In vielen Fällen setzt die Anlagenkonstruktion selbst die Grenze für die erreichbare Performance. Deshalb sollte bei dauerhaft zu niedrigen Recyclingquoten nicht nur der Betrieb der Anlage bewertet werden, sondern auch die konstruktiven Rahmenbedingungen des eingesetzten Systems.

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  • Checkliste der Kennzahlen, die Sie regelmäßig überprüfen sollten
  • Beispielrechnung, Branchen Benchmark
  • Praxisfall
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